TAGUNG 2021 "Musik lernen"   PDF D+FR    

CONGRÈS 2021 "Apprendre la musique"  PDF D+FR

Samstag 11. Sept

alte Kanti Aarau

 

  9.30 - 10.20

Generalversammlung


10.45 – 11.30
11.45 – 12.30

Einführung

in zwei Gruppen

Madeleine Imbeck

Legasthenie und Aufmerksamkeitsdefizit im Instrumentalunterricht

 

Tabea Schwartz

Historische Solmisation mit Kindern  


12.30 – 14.15

Mittagspause


14.15 – 15.15

15.45 – 16.45
Workshop

in zwei Gruppen

Madeleine Imbeck

Legasthenie und Aufmerksamkeitsdefizit im Instrumentalunterricht

 

Tabea Schwartz

Historische Solmisation mit Kindern  


16.45 – 17.00

gemeinsamer Abschluss


Legasthenie und Aufmerksamkeitsdefizit im Instrumentalunterricht
Theoretischer Hintergrund und praktische Ideen für den Blockflötenunterricht

 

Seit mehr als einem Jahrhundert werden die Ursachen und Symptome von Legasthenie, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität und anderen Lernstörungen erforscht. Bis heute gibt es keine umfassende Erklärung für die Entstehung einer Lernstörung. Menschen mit Lernstörungen haben einen anderen Wahrnehmungsstil und interagieren auf andere Weise mit ihrem Umfeld.
Instrumentalunterricht als unterstützende Intervention für Kinder mit Lernschwächen bietet sich deshalb an, weil Defizite in Rhythmik, Motorik, Gleichgewicht und Koordination für Lernstörungen verantwortlich gemacht werden. Es ist für Kinder sehr anspruchsvoll, ein Musikinstrument spielen zu lernen. Sie werden mit allen Sinnen gefordert. Solch multisensorisches Lernen wird für Kinder mit Lernschwächen ebenfalls empfohlen. Da das Blockflötespiel meist im Einzel- oder Kleingruppenunterricht gelehrt wird, können wir als Lehrpersonen flexibel auf die Bedürfnisse unserer Schüler*innen reagieren und ihnen eine wertvolle Stütze sein bei der Entwicklung von eigenen Lernstrategien und Selbstvertrauen.
Im ersten Teil der Weiterbildung wird in einem Vortrag Hintergrundwissen aus den Bereichen Heilpädagogik, Psychologie und Neurowissenschaften vermittelt. Im zweiten Teil der Weiterbildung gibt es Raum für Fragen, Diskussionen und den Austausch von Erfahrungen und Unterrichtsideen. Es wird verschiedenes Unterrichtsmaterial (Noten und Lernspiele) und Fachliteratur vorgestellt.

 

Madeleine Imbeck

Madeleine Imbeck wurde in Basel geboren und lebt seit 2015 in der Ostschweiz.
Sie war als Jugendliche mehrfache Preisträgerin des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs und verschiedener kantonaler Wettbewerbe. Das Bachelorstudium absolvierte sie an der Hochschule der Künste Bern mit Hauptfach Blockflöte u.a. bei Michael Form. Es folgte das Masterstudium an der Schola Cantorum Basiliensis bei Katharina Bopp, welches sie mit Auszeichnung abschloss. Während des Masterstudiums begann sich Madeleine Imbeck mit den Auswirkungen von Legasthenie und Aufmerksamkeitsdefizit auf das musikalische Lernen zu beschäftigen. Die Lern und Legasthenietherapeutin Christa C. Jaeger hat sie als Coach begleitet und ihr wichtige Inputs aus der Heilpädagogik gegeben.
Da es zum Gebiet Musikunterricht und Legasthenie/Aufmerksamkeitsdefizit kaum Fachliteratur gibt, beschäftigte sich Madeleine Imbeck intensiv mit neurowissenschaftlicher Forschung und erarbeitete sich aufgrund aktueller Forschungspublikationen einen eigenen Standpunkt, was das Lehren und Lernen im Instrumentalunterricht betrifft.
Madeleine Imbeck hat nach dem Studium an Musikschulen in der Schweiz und in Kolumbien gearbeitet und erweitert ihr Unterrichtsmaterial seither laufend.
2015 begann sie die Ausbildung zur Blockflötenbauerin bei Ernst Meyer und seinen Söhnen Joel und Sebastian Meyer. Zusammen mit Joel und Sebastian Meyer stellt sie im Neckertal im Kanton St. Gallen erstklassige Blockflöten in der Werkstatt Meyerrecorders her für Blockflötist*innen aus aller Welt.


Historische Solmisation mit Kindern

Beispiele aus der Musikvermittlung mit methodischen Bausteinen der Renaissance

 

Das Silbensingen erfährt in Europa vor rund 1000 Jahren eine pädagogische Systematisierung. Mit ut re mi fa sol la setzen sich sechs sogenannte Voces durch, also Stimmen bzw. Silben, die zum Singen eingesetzt werden. Man vermittelt sie nach Gehör und durch das Zeigen auf der Hand. So wird Musik von Anfang an multisensorisch gelehrt und ein Wortschatz für Hörerwartung und Melodieerinnerung geschaffen. Bis heute gibt es viele verschiedene Formen musikalischer Silben und Tonnamensysteme.
Dieser Workshop soll einen Einblick geben in die Solmisation der Renaissancezeit. Dabei geht es vor allem darum, selbst auszuprobieren, wie es ist, in Hexachorden zu denken und die innere Musikvorstellung mit Silbenqualitäten anzureichern. Ausgehend von der einfachen Singstimme sollen einzelne Muster auch auf das Blockflöten/Consortspiel übertragen werden und vielleicht gelingt es sogar, einen Kanon zu improvisieren? Ziel des Workshop ist es, ein Fenster zur historischen Musikvermittlung zu öffnen und den eigenen Musikalltag und das Unterrichten um eine weitere Dimension zu bereichern.
Instrumentalunterricht als unterstützende Intervention für Kinder mit Lernschwächen bietet sich deshalb an, weil Defizite in Rhythmik, Motorik, Gleichgewicht und Koordination für Lernstörungen verantwortlich gemacht werden. Es ist für Kinder sehr anspruchsvoll, ein Musikinstrument spielen zu lernen. Sie werden mit allen Sinnen gefordert. Solch multisensorisches Lernen wird für Kinder mit Lernschwächen ebenfalls empfohlen. Da das Blockflötespiel meist im Einzel- oder Kleingruppenunterricht gelehrt wird, können wir als Lehrpersonen flexibel auf die Bedürfnisse unserer Schüler*innen reagieren und ihnen eine wertvolle Stütze sein bei der Entwicklung von eigenen Lernstrategien und Selbstvertrauen.
Im ersten Teil der Weiterbildung wird in einem Vortrag Hintergrundwissen aus den Bereichen Heilpädagogik, Psychologie und Neurowissenschaften vermittelt. Im zweiten Teil der Weiterbildung gibt es Raum für Fragen, Diskussionen und den Austausch von Erfahrungen und Unterrichtsideen. Es wird verschiedenes Unterrichtsmaterial (Noten und Lernspiele) und Fachliteratur vorgestellt.

 

Tabea Schwartz

Tabea Schwartz widmet sich der zeitgemässen, historisch informierten Aufführung von Musik des 13. bis 18. Jahrhunderts. Während ihrer Studien an der Schola Cantorum Basiliensis und an der Kungliga Musikhögskolan Stockholm konnte sie ihre Expertise für die Musiksprachen des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks stetig vertiefen.
Heute verfolgt sie eine rege Konzerttätigkeit als Blockflötistin und mit Streichinstrumenten der frühen Neuzeit. Ihr vielfältiges künstlerische Wirken führte sie u.a. an das Globe Theatre London, zum Stockholm Early Music Festival, ans Fringe der Alte Musik Festivals in Utrecht und Brugge, an das Teatro Metropolitano Medellín sowie zu den Konzertreihen Forum Alte Musik Zürich und Freunde Alter Musik Basel. Ihr Debütalbum The Parensi Manuscript mit unbekannten italienischen Blockflötensonaten erschien im November 2020 bei panclassics. Das Nachfolgealbum mit Musik eines schwedischen Manuskripts erscheint in Kooperation mit dem SRF im Herbst 2021.
Tabea Schwartz ist zudem als Musikvermittlerin in Forschung und Lehre tätig. Sie unterrichtet Solmisation und Aufführungspraxis des 16. Jahrhunderts an der Schola Cantorum Basiliensis und Blockflöte an der Kreismusikschule Pratteln Augst Giebenach.



Alte Kantonsschule
Haus Albert Einstein
Bahnhofstrasse 91
5001 Aarau

 

2 Min. vom Bahnhof

keine Parkplätze bei der Schule